Mit Hilfe von Analysetools lässt sich ziemlich genau vorhersagen, was beim Leser ankommt. Die Kunst besteht nicht mehr darin, hierzu Daten zu erheben, sondern etwas Sinnvolles damit anzufangen (beispielsweise herauszufinden, welche Daten für den Eigenverleger die höchste Aussagekraft haben). Trotzdem muss sich der Eigenverleger der Frage stellen, ob er seine Themen wirklich nur nach solchen Zahlen besetzen will. Beispiel Sach- und Fachbuch: es mag ja angehen, dass sich die Themenwahl stark an Schlagworten orientiert, die im Internet über einen längeren Zeitraum hinweg eine hohe Aufmerksamkeit erregt haben (und das vermutlich auch noch weiter tun werden).
„Für die Inhalte eines Sach- und Fachbuches jedoch dürfte es dem Eigenverleger kaum nutzen, nur auf Altbekanntes zu setzen.“
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„Seine individuelle Leistung besteht ja gerade darin, Dinge immer wieder zu durchdenken und in einem neuen Licht zu analysieren und darzustellen.“
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„Baut ein Eigenverleger zudem seine Bücher auf in vielen Jahren entwickelten Kompetenzen und angesammelten Erfahrungen auf, so muss dieser Wissenspool nicht immer mit dem deckungsgleich sein, was im Internet und sozialen Netzwerken gerade diskutiert wird.“
„Und aufgrund von Klickzahlen vielleicht gut ankommen könnte.“
Zeitalter der Beschleunigung und Entgrenzung
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