„Raumpionier“-Faktoren
Kulturschaffende sind oft robuster als andere Wirtschaftsgruppen und nehmen auch Räumlichkeiten mit geringer baulicher, energetischer oder ausstattungstechnischer Qualität in Kauf, wenn dafür andere Vorteile (günstige Mieten, stützungsfreie Ausstellungsräume, Laderampen) erreichbar sind.
„Kultursiedler“-Faktoren
Kultursiedler sind Auslöser für Standortentwicklungsprozesse. Sie wirken als Multiplikatoren und arbeiten vergleichbar mit einem Pflanzbewuchs auf nährstoffarmen Böden. In diesem Bild sind sie der Humus, den „nährstoffarme Standorte“ brauchen. Auf dem dadurch „veredelten“ Standort werden auch andere Pflanzen, sprich Wirtschaftszweige, überlebensfähiger.
„Nachzieher“-Faktoren
Umstrukturierungsprozesse schaffen Aufmerksamkeit und können auf einem gesteigerten Niveau beispielsweise Werbeagenturen, Galerien, Kunsthandwerk, Edelgastronomie, Architekten, Designer, oder Buchhandlungen ansiedeln. Diese „Nachzieher“ wirken nicht selbst an Umstrukturierungsprozessen mit, sondern wollen an deren Ergebnissen partizipieren. Im Wege der
Ansiedlung von etablierten Kulturnutzungen,
Neuerrichtung von gehobenen Eigentumswohnungen
Veränderung der ursprünglichen, meist multikulturellen Strukturen mit Migrantenhintergrund
wandern die ursprünglichen Nutzer meist wieder ab.
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