Pommern waren froh, Pommern zu sein. Es genügte ihnen, das Meer, auf das sie hinaussehen konnten, und es genügte ihnen als Mitmensch der Pommer schlechthin. Pommern waren genüg-sam: sie brauchten keine Anregungen von draußen, weder musikalischer, literarischer noch politischer Art. Sie genügten sich selbst. Vielleicht war es gerade diese Genügsamkeit, die das Unglück immer wieder herbeizog.
Pommernland ist abgebrannt, von der Landkarte ausradiert. Kaum noch jemand kennt es, kaum noch jemand erinnert sich. Die von dort kamen, sind entweder bereits unter der Erde oder haben wie auch der ehemalige Flieger ein hohes Alter. Pommern hatte nicht wie die DDR das Glück der Wiedervereinigung. Ihnen ist ihre Heimat nicht geblieben. Lange hat der ehemalige Flieger alles versucht, sie in seiner Erinnerung so weiterleben zu lassen, als wäre er erst gestern fortgegangen. Doch vergeblich. Die Zeit legt ihren Schleier drauf. Zuerst ganz zart, kaum merklich. Doch unerbittlich immer dichter. Bis er dann nur noch ferne Vergangenheit spüren konnte. Die Pommern waren vertrieben, unwiderruflich. Und kennen daher das schmerzliche Gefühl, wenn man seine Wurzeln verliert. Wenn man von Mächten, die man nicht kennt und die einem fremd sind, umgepflanzt wird und sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden und anpassen muss.