Was gibt es Besonderes an einem Abitur? Sehr wenig, damals nicht, und heute in Zeiten der Inflation von 1er-Noten schon überhaupt nicht.
Oder ist etwa die Jahreszahl 63 das Besondere? Wohl kaum, schon vor 63 und auch nach 63 gab es tausende, zigtausende, die ihr Abitur machten.
Oder war es ein Klassenfest jener Abi63-Abiturientengruppe? Zunächst auch nicht, was sollte an einem Klassenfest schon besonders sein? Kaum etwas. Und trotzdem gibt es das Besondere: Weil jenes Klassenfest seit jenem Jahr 63 lückenlos über alle Zeiten hinweg Jahr für Jahr, also mittlerweile weit über 50 mal stattgefunden hat. Immer um die Weihnachtszeit herum. Und, als wäre das noch nicht genug, dazu immer am gleichen Ort, der gleichen Gaststätte, dem gleichen Tisch, den gleichen Wirtsleuten. Und, so lange es dauerte, dem gleichen Klassenlehrer.
Wenn es diesen Ort im Zuge von Corona-Zeiten nicht mehr gäbe, wäre vielleicht auch das Besondere dahin. Bestimmt sogar.
„Was meinte denn Detlev mit seiner Feststellung von Schockstarre?“, fragte Ehemaliger I.
„Keine Ahnung, vielleicht grundsätzlich Corona? Oder auch das Besondere speziell aus OImb-Sicht?“, fragte Ehemaliger II.
„Oder meinte er mit Schockstarre die Reaktion auf den Tod von Rainer, der noch vor wenigen Monaten beim letzten Klassentreffen an diesem besonderen Ort gewesen war?“
„Man weiß es nicht.“
„Und in Gedanken an das Besondere: Mach´s gut Rainer!“
„Ja, mach´s gut, beim nächsten Klassentreffen fehlt uns was!“